Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)

Hintergrund
Allergien werden heutzutage wegen der Häufigkeit ihres Auftretens und ihrer hohen sozioökonomischen Bedeutung für die Betroffenen und das Gesundheitssystem
zu Recht als „Volkskrankheit“ bezeichnet.
Allergische Erkrankungen haben in den letzten Jahrzehnten in vielen Regionen der Welt dramatisch zugenommen, ohne dass für diese Zunahme ein exaktes
Erklärungsmodell gefunden werden konnte. Allgemein wird die Zunahme mit verschiedenen Aspekten unseres „westlichen Lebensstils“ in Verbindung gebracht [2]. Ein Beweis für diese Hypothese
fand sich nach der Wiedervereinigung in Deutschland. In den neuen Bundesländern war die Häufigkeit allergischer Erkrankungen trotz höherer Luftverschmutzung
deutlich niedriger als in den alten Bundesländern [3, 4]. Inzwischen hat sich mit der Angleichung der Lebensstile auch die Prävalenz der Allergien
zwischen Ost und West angeglichen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der 8. Deutsche Allergiekongress in Bochum war ein voller Erfolg.
Die größte Versorgungsstudie Deutschlands (Wasem-Studie – Anhang 1) wurde zum Kongress publiziert. Infolge der dramatischen Unterversorgung trotz Zunahme der Allergiehäufigkeit (Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) – Anhang 2) wurde ein Schulterschluss aller allergologisch klinisch tätigen Ärzte und Wissenschaftler geschaffen.
In der Podiumsveranstaltung am 7.9.13 wurde das Aktionsforum für Allergologie (Anhang 3) der Öffentlichkeit vorgestellt. Dem Vertreter der KBV wurde unsere
Forderung zur bundesweiteren extrabudgetären Förderung aller allergologischen Leistungen verbunden mit dem Erhalt des allergologischen Facharztlabors (einschl.
Einsendelabors) übergeben, um die Versorgung rasch zu verbessern.
Heidenheim, den 16.08.13

Sehr geehrter Herr Prof. Wehrmann,
allergische Erkrankungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Rund 20 Prozent der Menschen in Deutschland leiden im Laufe ihres Lebens an einer allergischen Erkrankung. Eine neue Studie der Universität Duisburg-Essen zeigt gleichzeitig große Versorgungsdefizite: Nur ein Bruchteil der Allergiker erhält eine kausale
Therapie, etwa durch eine Hyposensibilisierungsbehandlung.

Die Gründe für die Unterversorgung sind vielgestaltig:

Ergebnisse einer umfassenden Patientenkohorte in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung

Zusammenfassung
Hintergrund: Die Zahl der Patienten mit allergischen Erkrankungen nimmt weltweit, vor allem in den Industrienationen, zu. Experten schätzen, dass nur etwa 10 % der allergischen Patienten entsprechend den aktuellen Leitlinien behandelt werden.
Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Versorgungssituation von gesetzlich versicherten Patienten mit allergischen Atemwegserkrankungen abzubilden und diese im Hinblick auf potenzielle Einüsse zu untersuchen, die durch die zum 1. Januar 2009 eingeführten Regelleistungsvolumina entstanden sind. Hierzu wurde das Diagnose- und erapieverhalten allergologisch tätiger Ärzte anhand der Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung von 2007 bis 2010 analysiert.

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Ist es nicht zu spät, im Oktober danach zu fragen? Ja und nein: Natürlich möchte man z.B. die Beschwerden in der Zeit des Pollenflugs gebessert haben. Diese symptomatische Therapie mit Nasentropfen, Augentropfen, Allergietabletten sollte konsequent durchgehalten werden. Somit ist zumindest für die laufende Saison Abhilfe geschaffen.